Alte Sitzbezüge entfernen
Erforderliche Werkzeuge:
Maul- oder Ringschlüssel für die Lehnenbefestigung, Flach-Schraubenzieher,
Zange
Vordersitze, Sitz:
Die Sitzbezüge haben an der Unterkante einen umlaufenden Draht und
sind mit dem Sitzgestell durch spitze Haken verbunden. Nach dem Ausbau
der Sitze aus dem Fahrzeug wird zuerst die Sitzlehne abgebaut. Hierzu sind
zwei Hutmuttern von der Lehnenachse zu schrauben und die Lehnenenden von
der Schraube abzuziehen. Der Sitz wird für die weiteren Arbeiten auf
die Sitzfläche gelegt.
- Der umlaufende Draht ist an einer hinteren Ecke zusammengedreht und unter
den Sitzbezug gesteckt. Drehen Sie den Draht auseinander.
- Der Sitzbezug ist mit Haken an den Seiten aufgespannt. An den Seiten befinden
sich jeweils drei, vorne und hinten zwei Haken. Die Haken sind meist so
umgebogen, daß sie nur als Ringe zu erkennen sind. Heben Sie die
Haken vorsichtig mit dem Schraubenzieher an. Verletzungsgefahr! Achten
Sie darauf, daß Sie die Haken nicht abbrechen.
-
Ziehen Sie jetzt den Bezug von den Haken ab. Wenn Sie den Sitz mit Ihrem
Gewicht belasten, erhalten Sie mehr Bezugsstoff, so daß Sie den Bezug
leichter nach innen über den Haken hinweg ziehen können.
- Drehen Sie den Sitz um. Krempeln Sie den Sitzbezug nacheinander an den
beiden hinteren Ecken über das Polster nach vorne. Ziehen Sie dafür
den Draht über die Lehnenverstellung. Das Kokos-Polster ist an den
Seiten durch weiche "Lumpen"-Faser zusätzlich gepolstert. Achten Sie
beim Abziehen darauf, daß Sie dieses Polster nicht allzusehr auseinanderreißen.
- Ziehen Sie jetzt den Bezug nach vorne vom Sitz.
Vordersitz, Sitzlehne
Die Bezüge der Lehnen werden in den Baujahren 1954 bis 1964 noch nicht
mit Haken verspannt, wie dies beim Sitz der Fall ist. Statt dessen fungiert
eine geschlitztes Rohr als eine Art Reißverschluß am unteren
Ende der Rückseite.
In
diesen Verschluß werden die Enden des Bezugs eingesteckt. Aufgenähte
Papp-Streifen (bei der Nachfertigung aus Kunststoff) spreizen sich im Rohr
auf und sorgen dafür, daß der Bezug unter Spannung gehalten
wird. Leider kann man diese Art des Verschlußes nicht mehrfach verwenden,
da die Pappstreifen am Bezug beim Öffnen beschädigt werden.
-
Ziehen Sie zunächst eine Seite des Bezuges aus dem Rohr. Nehmen Sie
hierfür einen mittleren Schraubenzieher und hebeln Sie das Bezugsende
Stück für Stück aus der Rinne. Verwenden Sie einen Schraubenzieher
mit schmaler Klinge und langem Metallschaft. Beim Heraushebeln der Bezugskante
werden Teile des Pappstreifens durch das Rohr abgeschert.
- Hebeln Sie im zweiten Schritt das andere Ende des Bezuges aus der Rinne.
- Der Bezug ist an den Durchlässen für die Lehnenenden meist mit
wenigen Stichen angeheftet. Trennen Sie die Heft-Naht auf, damit das Polster
durch die Öffnung gut erreichbar ist.
- Krempeln Sie den Bezug von der Lehne herrunter. Erst das letzte Stück
kann meist ohne Krempeln abgezogen werden. Auch hier sind die Seiten der
Kokos-Polsterung durch "Lumpen"-Fasern zusätzlich abgepolstert. Achten
Sie darauf, dieses Polster nicht mit abzuziehen.
Sitzbank
Das Polster der hinteren Sitzbank entspricht dem Sitzteil der Vordersitze
und wird genauso gehandhabt. Der Draht ist hier nur stärker verspannt,
so daß es die Arbeit erleichtert, den Draht an einigen Stellen zu
zerschneiden.
Lehne der hinteren Sitzbank
Der Bezug der Rücksitzlehne besteht nur auf der Vorderseite aus Stoff
und Kunstleder. Die Rückseite besteht aus einer lackierten Preßpappe.
Am unteren Rand der Rückseite der Sitzbank befindet sich eine Reihe
wohlbekannter Haken. Diese Haken stechen durch die Preßpappe und
halten den Bezugsstoff der Vorderseite durch einen verspannten Draht.
-
Biegen Sie alle Haken auf. Achten Sie darauf, daß hier keine Haken
abbrechen. Im Gegensatz zu den anderen Sitzteilen können die Haken
hier nur schwer durch eine andere Lösung ersetzt werden.
-
Heben Sie zuerst den Bezugsstoff von den Haken ab. Erleichtern Sie sich
daß Abziehen indem Sie die Polster zusammendrücken.
-
Heben Sie danach vorsichtig die Pappe von den Haken. Achten Sie darauf,
daß die Pappe nicht beschädigt wird, denn sie wird weiter gebraucht.
-
Da die Pappe ein vollständiges Umkrempeln des Bezuges verhindert,
krempeln Sie nur einen geringen Teil der Vorderseite um und lösen
Sie durch Zusammendrücken des Polsters den Bezug vom Polster. Achten
Sie auf die bekannte Zusatzpolsterung. Schieben Sie den Bezug auf diese
Weise von der Lehne. Die Pappe auf der Rückseite leistet dabei keinen
Widerstand.
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U. Fritz, 1998-2007. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Inhalte, auch auszugsweise, bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autors. Bezeichnungen, Markennamen und Produktbezeichnungen des jeweiligen Inhabers, auch wenn Sie nicht gekennzeichnet sind, unterliegen im Allgemeinen dem warenzeichen-, marken oder patentrechtlichem Schutz.